Schmerzen
Schmerz wird von der International Association for the Study of Pain (Internationale Schmerzgesellschaft) definiert als: ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit aktueller oder potenziellerGewebeschädigung verknüpft ist oder mit Begriffen ein
er solchen Schädigung beschrieben wird". Diese Definition beinhaltet sowohl akuten als auch chronischen Schmerz.
Akuter Schmerz ist eine Schutzreaktion des Körpers auf eine akute Gefahr, beispielsweise eine Verletzung. Bei akutem Schmerz ist die Ursache daher meist eindeutig erkennbar und kann gezielt behandelt werden.
Chronischer Schmerz jedoch nimmt mit der Zeit die Form eines eigenen Krankheitsbilds an. Die Ursache ist meistens nicht mehr feststellbar oder nicht mehr vorhanden und damit nicht mehr therapierbar. Die Nerven senden anhaltend Impulse an das Gehirn, obwohl kein Reiz mehr vorhanden ist, das heißt die Nervenzellen haben eine Art Schmerzgedächtnis entwickelt. Die Zeitgrenze, ab der die Schmerzsymptomatik als chronisch bezeichnet wird, liegt bei sechs Monaten.
Im Verlauf psychischer Störungen, beispielsweise Depressionen, klagen Betroffene häufig über Schmerzen, deren Entstehung eher auf psychische Faktoren zurückzuführen ist. Dabei ist ein ursächlicher Zusammenhang allerdings in beiden Richtungen denkbar: Einerseits ist die Depression als Grund für die Schmerzen denkbar, andererseits können anhaltende Schmerzen aber auch Depressionen verursachen.
Schmerzen ursachen
Jede Art von Schmerz kann zum chronischen Schmerz werden. Schmerz wird als chronisch definiert, wenn er länger als sechs Monate anhält. Häufig tritt er begleitend zu einer Erkrankung auf, besteht jedoch noch über diese hinaus weiter. Schmerzen ohne klare Ursache (idiopathisch) kommen häufig vor.
Schmerzen Symptomen
An der Verarbeitung von Schmerzreizen sind verschiedene Nervenstrukturen beteiligt, sodass sich der Schmerz und seine Symptome in mehrere Bestandteile unterteilen lassen: Auf sensorischer Ebene werden Ort, Dauer und Intensität des Reizes registriert. Das durch den Schmerz hervorgerufene Unwohlsein wird als affektive Komponente beziehungsweise Komponente des Leidens bezeichnet. Reflexhaft reagiert das Nervensystem mit körperlichen Symptomen, wie etwa Schwitzen und Übelkeit. In der Motorik zeigen sich zum einen Schutz- und Fluchtreaktionen, zum anderen Muskelverspannungen und Reaktionen in Mimik und Gestik.
Typischerweise erleben Betroffene einen häufigen Wechsel zwischen Hoffnung auf neue erfolgversprechende Therapien und der anschließenden Enttäuschung, wenn der erwünschte Therapieerfolg ausbleibt. Infolgedessen fühlen sich die Betroffenen oft hilflos ihrer Situation ausgeliefert, sie erleben ein Gefühl des Kontrollverlusts. Viele Menschen mit Schmerzen versuchen sich stark zu schonen, um nicht weiteren Schmerzen ausgesetzt zu sein; häufig ziehen sie sich auch aus ihrem Bekannten- und Freundeskreis zurück, weil sie sich nicht in der Lage sehen, am sozialen Leben teilzunehmen. Als Reaktion auf diese Schmerzfolgen treten gehäuft Symptome von Angst und Depressionen auf. Zudem besteht die Gefahr einer Medikamentenabhängigkeit, da die Betroffenen oft immer höhere Dosen von Schmerzmitteln brauchen, um (annähernde) Schmerzfreiheit zu erreichen.



